Kirche

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Peter in Alsdorf, gelegen im malerischen Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz, ist der Verehrung des heiligen Apostels Petrus gewidmet. Zur Pfarrei gehören auch die Filialorte Niederweis mit der Kirche St. Johannes Evangelist sowie Kaschenbach, wo sich die Filialkirche St. Michael befindet.

Geschichte

Die erste Erwähnung einer Kirche in Alsdorf datiert auf das Jahr 1330, als sie in der Taxa generalis aufgeführt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war Alsdorf bereits eine eigenständige Pfarrei innerhalb des damaligen Erzbistums Trier. Das Kollationsrecht für die Pfarrei teilten sich ursprünglich die Herren von Brandenburg, bevor es gegen Ende des 17. Jahrhunderts an die Herren von Scheuern überging. Später wurde es vor dem Jahr 1700 an den Grafen von Merci übertragen. Mit der französischen Revolution wurde dieses Recht schließlich abgeschafft. Bis 1803 gehörte zur Pfarrei neben den heutigen Filialgemeinden auch Wolsfeld mit der Kirche St. Hubertus, die jedoch in diesem Jahr zur eigenständigen Pfarrei erhoben wurde.
Über die im Jahr 1330 erwähnte Kirche sind leider keine weiteren Informationen bekannt. Im Jahr 1472 wurde sie durch einen Neubau im gotischen Stil ersetzt, der 1721 um einen neuen Chor erweitert wurde. Diese alte Pfarrkirche blieb bis 1926 bestehen, als sie bis auf den Chor, der heute als Friedhofskapelle dient, abgerissen wurde.
Angesichts der wachsenden Bevölkerung entschloss man sich Anfang des 20. Jahrhunderts, eine neue Kirche zu bauen. In den Jahren 1903 bis 1907 entstand nach den Plänen des Trierer Architekten und späteren Dombaumeisters Julius Wirtz die heutige Pfarrkirche.
Neben der heutigen Kirche steht auch das Jugendheim, welches sowohl der Kirche, als auch Vereinen und Privatpersonen als Veranstaltungsort dient.

Architektur

St. Peter präsentiert sich als einschiffige Saalkirche mit vier Jochen im neuromanischen Baustil, errichtet aus Bruchsteinen. Der einjochige Chor mit einer halbkreisförmigen Apsis schließt sich im Osten an das Kirchenschiff an. An der Südwestecke erhebt sich der imposante Glockenturm, dessen Untergeschoss quadratisch ist und dann in ein Achteck übergeht. Im Westwerk befindet sich das rundbogige Hauptportal, oberhalb davon eine schöne Rosette als Fenster. Das gesamte Bauwerk wird mit Kreuzrippengewölben überspannt, was dem Raum eine besondere Atmosphäre verleiht.

Ausstattung

Im Inneren der Kirche hat sich die Ausstattung aus der Zeit ihrer Errichtung weitgehend erhalten. Dazu zählen der Hochaltar sowie zwei Nebenaltäre, alle in einfachen, aber stilvollen neuromanischen Formen gestaltet, und die Kanzel. Auch die historistische Ausmalung ist bis heute sichtbar geblieben. Hervorzuheben sind zudem die 14 Kreuzwegstationen, ein steinernes Taufbecken im neuromanischen Stil und eine Holzfigur der Pietà, die dem Raum eine tiefere spirituelle Dimension verleihen.

Insgesamt ist St. Peter nicht nur ein Ort der Anbetung, sondern auch ein Zeugnis der Geschichte und Architektur, das die lokale Gemeinschaft seit Jahrhunderten prägt.

Friedhof

Die Friedhofskapelle, die wir heute sehen, wurde im Jahr 1721 als Teil der damaligen gotischen Pfarrkirche erbaut. Diese Kirche stand bis zur Fertigstellung einer neuen Kirche im Jahr 1926, nach der sie abgerissen wurde. Auch das daneben gelegene ehemalige Pfarrhaus wurde im weiteren Verlauf abgerissen. Im Inneren der Kapelle sind bemerkenswerte Kunstwerke zu finden, darunter eine Sandsteinfigur des heiligen Petrus sowie ein Grabkreuz, das um das Jahr 1800 geschaffen wurde. Heute dient die Kapelle als Kriegergedächtnishalle und Leichenhalle.

Die Kapelle selbst ist ein kubischer Barockbau, dessen Dachreite charakteristisch für diese Bauform ist. Ein weiteres wichtiges Element ist das Schaftkreuz, das auf das Jahr 1725 datiert ist. Ein besonders bedeutender Ort innerhalb des Friedhofs ist die Grabstätte der Familie Haubricht/Klaes, wo sich das Sandsteinkruzifix und zwei Stelen befinden. Unter den dort Beigesetzten ist P. Haubricht, der 1915 verstorben ist. Diese Orte sind nicht nur historisch wertvoll, sondern auch von persönlicher Bedeutung für die Hinterbliebenen und die Gemeinde.

Mühlenkapelle in Alsdorf

Am 30. Mai 1907, am Vortag des Fronleichnamstages, weihte der Seelsorger Matthias Reis in Alsdorf eine neu errichtete Kapelle ein. Diese Kapelle war ein Jahr zuvor von dem Müller Michael Hauer fertiggestellt worden und sollte als Station und Altar für die jährliche Fronleichnamsprozession dienen. Sie präsentierte sich im neuromanischen Baustil und befand sich an der heutigen Kreuzung Brückenstraße und Mühlenstraße. Über dem Altar thronte eine prachtvolle Christusstatue vom Herzen Jesu, was die Herz-Jesu-Verehrung, die in diesen Jahren einen Höhepunkt erlebte, unterstrich.
In einem Lagerbuch dokumentierte Pastor Reis die wichtigen Ereignisse der Pfarrei und beschrieb die Kapelle als geräumig und hoch, mit einer ansprechenden Gliederung und der harmonischen Farbe der Mauersteine. Er lobte auch die Tatsache, dass der Erbauer, Michael Hauer, die nicht unerheblichen Kosten für den Bau allein getragen hatte. Der Bau der Kapelle war für Hauer nicht nur eine praktische Notwendigkeit, um einen festen Punkt für die Altäre der Prozession zu schaffen, sondern auch ein Ausdruck seiner tiefen Frömmigkeit und Dankbarkeit gegenüber Gott.
Hauer hatte in den Jahren zuvor großes Leid erlitten. Von 1847 bis 1884 hatte er mehrere Kinder und seine erste Ehefrau Luzia verloren, die tragisch an Diphtherie gestorben war. Nach dieser schweren Zeit heiratete er erneut, verlor jedoch auch seine zweite Frau, Magdalena, 1889. Die Hintergründe seines Schicksals könnten einen weiteren Anreiz zu seinem Handeln gegeben haben: Er wollte Gott mit der Kapelle und seinen Mitmenschen ein Denkmal setzen.
Die Kapelle wurde somit zu einem Ort des Gedenkens und der Verehrung, ein Zeichen der Hoffnung und des Glaubens für die Dorfgemeinschaft. Bis heute ist sie ein fester Bestandteil der Fronleichnamsprozession, bei der der Segen mit dem Allerheiligsten über die Menschen und deren Wohnungen gespendet wird. Pastor Reis wünschte in seiner Chronik, dass das Werk Gottes Ehre und der Familie Segen bringen möge, was bis heute in Alsdorf von Bedeutung ist.

Aktuell befindet sich die Mühlenkapelle in Renovierung.

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